FAQs Montmorency-Sauerkirschen

Woher kommt die Montmorency-Sauerkirsche?

Die Sauerkirsche (lat. Prunus cerasus) wird schon seit der Antike kultiviert. Mit ihrem Ursprung in kleinasiatischen Küstengebieten am Schwarzen Meer wurde sie vor allem aufgrund ihres schmackhaften Aromas geschätzt und weit verbreitet. Heutzutage wird sie in den meisten Ländern der gesamten Nordhalbkugel angebaut und wächst auf kultivierten Obstbäumen oder wilden Hecken. Die Sorte Montmorency wird speziell in Michigan angebaut, da sie einerseits kälteempfindlicher ist und im Frühjahr in Michigan die Temperaturen zudem deutlich milder ausfallen.

Seit wann wird die Montmorency-Sauerkirsche medizinisch verwendet?

Die früheste Aufzeichnung über den therapeutischen Nutzen von Sauerkirschen beschrieb Hildegard von Bingen vor mehr als 900 Jahren. Jedoch geriet diese Obstsorte als Naturheilmittel in Vergessenheit, bis amerikanische Wissenschaftler in den 1960er Jahren die Beobachtung machten, dass insbesondere zur Erntezeit von Montmorency-Sauerkirschen deutlich weniger Arztbesuche verzeichnet wurden. Daraufhin starteten viele Studien rund um die Wirkungsweise der Montmorency-Sauerkirsche.

Über welche Inhaltsstoffe verfügt die Montmorency-Sauerkirsche?

In der Montmorency-Sauerkirsche finden sich zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, die man in sonst kaum einer Frucht oder Gemüsesorte derart konzentriert vorfindet. Die sekundären Pflanzenstoffe, die nicht nur für das besondere Aroma und die Farbe der Frucht verantwortlich sind, wirken sich auch positiv auf den Körper und die Gesundheit aus. Zu den Antioxidantien, Anthozyanen, Polyphenolen, Flavonoiden und Catechinen bietet die Montmorency-Sauerkirsche weitere besondere Inhaltsstoffe. Sie verfügt beispielsweise über einen stark erhöhten Melatonin-Gehalt, der den Gehalt anderer Sauerkirsch-Sorten bis um das Sechsfache übertrifft. Neben den Mineralstoffen Eisen, Kalium und Magnesium sind außerdem die Vitamine A, B, C und E enthalten.


frische Sauerkirschen
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / congerdesign

Wie wirkt die Montmorency-Sauerkirsche sich auf die Gesundheit aus?

Aufgrund ihrer hohen Konzentration zahlreicher sekundärer Pflanzenstoffe hat die Montmorency-Sauerkirsche einen starken Einfluss auf die Gesundheit. Sie wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und antikanzerogen, aber auch cholesterinsenkend sowie antibakteriell – somit umfasst sie ein weites, medizinisches Spektrum und kann bei vielen Beschwerden als natürliche Therapieergänzung verwendet werden.

Warum hilft die Montmorency-Sauerkirsche bei Schlafstörungen?

Neben den sekundären Pflanzenstoffen findet sich in der Montmorency-Sauerkirsche eine hohe Konzentration an Melatonin. Auch Schlafhormon genannt, löst Melatonin im Körper ein Signal aus, wodurch der Körper zur Ruhe kommt und den Schlaf einleitet. Nimmt man regelmäßig 30 Minuten vor dem Schlafengehen die Montmorency-Sauerkirsche zu sich, in hoch konzentrierter Form als Saft oder auch als natürlicher Extrakt, kann dadurch der Nacht-Tag-Rhythmus optimiert werden, was bei Schlafstörungen aber auch bei Jetlag helfen kann. Bei Probanden einer englischen Studie zeichnete sich in nur einer Woche ein deutlich verbessertes Ein- und Durchschlafverhalten ab (1).

Wie wirkt die Montmorency-Sauerkirsche bei Entzündungen?

Bei der Einnahme von Montmorency-Sauerkirschen können die Konzentrationsspiegel verschiedener Entzündungsstimulatoren im Blut deutlich gesenkt werden. So zeigte eine Studie in den USA, dass die Konzentrationen von CRP, IL10 und TNF-alpha stark sanken und somit Entzündungsprozesse abschwächten, was vor allem bei rheumatischen Erkrankungen, wie Arthritis, Abhilfe leisten kann. Die enthaltenen Anthozyane, eine Untergruppe der sekundären Pflanzenstoffe, wirken als Cyclooxygenase-Hemmer. Dadurch können sie, genauso wie Acetylsalicylsäure, Schmerzen auf ganz natürliche Weise lindern (2).

Kann die Montmorency-Sauerkirsche bei Gicht helfen?

Die Stoffwechselkrankheit Gicht entsteht bei einem langfristig erhöhten Harnsäurespiegel im Blut, auch Hyperurikämie genannt. Dabei kann die Niere nicht genügend Harnsäure ausscheiden und die überschüssige Harnsäure kristallisiert. Dies tritt hauptsächlich in Gelenken auf. Bei Erhöhung des Harnsäurespiegels durch beispielsweise eine fleischreiche Mahlzeit oder große Mengen Alkohol kann es zum Gichtanfall kommen, bei dem die kristallisierte Harnsäure zu einer Entzündung im Gelenk führt.  In vielen Studien wurde erforscht, wie solche Gichtanfälle am besten vermieden werden können. Zu den neusten Erkenntnissen zählt, dass Extrakte der Montmorency-Sauerkirsche das Gichtanfall-Risiko bis zu 45% reduzieren können. In Kombination mit dem gängigen Arzneistoff Allopurinol kann mithilfe der Montmorency-Sauerkirsche sogar das Risiko um 75% gesenkt werden (3).

Wie unterstützt die Montmorency-Sauerkirsche Sportler und das Herz?

Der therapeutische Nutzen der Montmorency-Sauerkirsche unterstützt auch gesunde Sportler nach körperlicher Betätigung. Ihre antioxidativ-entzündungshemmende Wirkung hilft, Muskelkater zu verringern und kann eine schnellere Regeneration der Muskeln nach einem Krafttraining bewirken. Die Gefäße und somit das gesamte Herz-Kreislauf-System profitieren von der Montmorency-Sauerkirsche durch Senkung der Cholesterin- und Triglyceridwerte im Blut.

Auf welche Arten kann man die Montmorency-Sauerkirsche einnehmen?

Um einen therapeutischen Nutzen verzeichnen zu können, benötigt man Extrakte der Sauerkirsche. Dabei sollte das Konzentrationsverhältnis mindestens 20:1 betragen, bestmöglich sogar 50:1. Neuerdings verkaufen deutsche Apotheken hochwertige Sauerkirsch-Konzentrate oder Sauerkirsch-Kapseln, dabei sollte man aber auf eine hohe Qualität achten.

Worauf sollte man beim Kauf von Montmorency-Sauerkirsche-Produkten achten?

Zusätzlich zu einem hohen Konzentrationsverhältnis sollte man beim Produkt darauf achten, dass die Extrakte während der Herstellung hochkonzentriert und deren Inhaltsstoffe während der Erzeugung nicht zerstört wurden. Achten Sie darauf, dass der Hersteller eine schonende Herstellungsweise nutzt, die auf zu heiße Verfahren verzichtet, denn nur so können die sekundären Pflanzenstoffe erhalten bleiben. Außerdem sollte auf künstliche Zusatz- und Füllstoffe verzichtet werden, da hierbei das ursprüngliche Produkt gestreckt wird. Bei importierten Produkten wird oft Gentechnik verwendet, daher sollte das Montmorency-Produkt bestenfalls aus einem deutschen Betrieb bezogen werden. Denn die Richtlinien für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel sind in Deutschland noch am mi am strengsten geregelt.

Quellen:

  • Howatson, G., Bell, P. G., Tallent, J., Middleton, B., McHugh, M. P., & Ellis, J. (2012). Effect of tart cherry juice (Prunus cerasus) on melatonin levels and enhanced sleep quality. European Journal of Nutrition, 51(8), 909–916. https://doi.org/10.1007/s00394-011-0263-7
  • Martin, K. R., Burrell, L., & Bopp, J. (2018). Authentic tart cherry juice reduces markers of inflammation in overweight and obese subjects: a randomized, crossover pilot study. Food & Function, 9(10), 5290–5300. https://doi.org/10.1039/c8fo01492b
  • Zhang, Y., Neogi, T., Chen, C., Chaisson, C., Hunter, D. J., & Choi, H. K. (2012). Cherry consumption and decreased risk of recurrent gout attacks. Arthritis & Rheumatism, 64(12), 4004–4011. https://doi.org/10.1002/art.34677
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