Harnsäure senken – Natürlich mit Sauerkirschen

Dauerhaft erhöhte Harnsäure im Blut (Hyperurikämie) hat gesundheitliche Störungen zur Folge. Zu hohe Werte können genetisch bedingt sein oder mit einer Erkrankung in Verbindung stehen. Häufig ist die Ursache jedoch in der Ernährung und Lebensweise zu suchen. Darin liegt auch der Schlüssel zur Linderung: Durch eine gesunde Ernährung und die Zufuhr unterstützender Vitalstoffe ist eine effektive Vorbeugung möglich. Zu diesen natürlichen Vitalstoffen zählt ein Extrakt aus der Montmorency-Sauerkirsche.

Wie entsteht erhöhte Harnsäure?

Ampullen mit ProbenErhöhte Harnsäurewerte können krankheitsbedingt auftreten oder erworben sein. Mit der sogenannten primären Hyperurikämie wird zum Beispiel eine Stoffwechselerkrankung diagnostiziert, die zu einem überhöhten Harnsäurespiegel im Blut führt. Von einer sekundären Hyperurikämie spricht die Medizin, wenn eine Nierenfunktionsstörung vorliegt, wenn die hohen Harnsäurewerte von Medikamenten ausgelöst werden oder die Ursache in der Ernährung und Lebensweise liegt. Nicht selten treffen mehrere Faktoren aufeinander.

Wer etwas für die Reduzierung erhöhter Harnsäure tun möchte, ist gut beraten, seinen Ernährungsplan und die Lebensgewohnheiten zu überprüfen. Besonders in Zeiten von Stress und Überforderung schleifen sich ungesunde Ess- und Trinkgewohnheiten ein, die den Körper langfristig sehr belasten können.

Genussvolles Essen und Trinken ist im Grunde in Ordnung, wenn es sich in Maßen hält. Doch wird aus der Belohnung eine Dauer-Ersatzbefriedigung, kann es zu zahlreichen Gesundheitsstörungen wie Verdauungsbeschwerden, Übergewicht – oder erhöhten Harnsäurewerten kommen. Denn viele Genussmittel enthalten zahlreiche Purine, die für den Anstieg des Harnsäurespiegels verantwortlich sind. Stark purinhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel: Fleisch, Innereien, Wurst oder Rosinen. Deutlich weniger Purine sind in Rohkost, Gemüse und Obst enthalten.

Was sind Purine?

Purine werden einerseits vom Körper gebildet, doch auch mit tierischer und pflanzlicher Nahrung zugeführt. Der Stoffwechsel baut sie ab, wodurch Harnsäure entsteht. Das Zuviel an Harnsäure wird in der Regel vom Körper ausgeschieden. Dafür sind vor allem die Nieren verantwortlich. Sind diese jedoch überlastet oder in ihrer Funktion gestört, kann der Körper die Harnsäure nicht ausleiten. So bilden sich aus ihr Kristalle. Diese Harnsäurekristalle lagern sich zum Beispiel in den Gelenken ab, was zu schmerzhaften Gichtanfällen führen kann.1


Harnsäure senken – Ursachen erkennen

Bildung von HarnsäureDie Harnsäurewerte im Blut sollten auf Dauer nicht höher als um die 7 mg/dl sein. Eine effektive Prophylaxe, Harnsäure zu senken oder zu vermeiden, ist zum Beispiel weniger Fleisch oder Wurst zu essen. Den Fleischkonsum wesentlich zu reduzieren und durch Gemüse zu ersetzen, kann zwar viel bewirken. Doch lässt sich nicht per se sagen, dass Veganer oder Vegetarier ein geringeres Risiko für zu hohe Harnsäure haben: Denn auch der Verzehr von Sojaprotein, Spargel, Spinat und Hülsenfrüchten wie Linsen kann den Harnsäurewert erhöhen. Eine in Oxford durchgeführte Studie kommt zu dem Schluss, dass vor allem Menschen, die sich vegan ernähren, höhere Harnsäurewerte haben als Vegetarier oder Personen, die auch Fleisch essen. Bei Personen, die gänzlich auf Fleisch verzichteten und lieber Fisch verzehrten, wurden die niedrigsten Harnsäurewerte gemessen.2

Dabei ist die Frage, ob magere oder fette Fleisch- und Fischsorten verzehrt werden. Nach wie vor erscheint der Grundsatz unserer traditionellen Essgewohnheiten als sinnvoll: nur einmal pro Woche (mageres) Fleisch zu essen und einmal pro Woche Fisch. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Gemüse und Obst in Kombination mit pflanzlichen Proteinen, Ballaststoffen und mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren zu verzehren.

Weitere Auslöser für zu hohe Harnsäurewerte
Weitere Faktoren von erhöhter Harnsäure können auch Medikamente sein wie Diuretika (zur Entwässerung), ASS (Acetylsalicylsäure)3 und manche Präparate, die nach Organtransplantationen sowie zur Behandlung von Parkinson oder Krebs eingesetzt werden. Regelmäßiger Alkoholkonsum lässt die Harnsäurewerte ebenfalls ansteigen und damit auch das Risiko für Gicht.

Purinarme Lebensmittel können Harnsäure senken

Puringehalt in Gemüse
pro 100 gPuringehalt in mg
Gurke7
Tomate10
Kartoffel15
Zwiebel15
Paprika15
Möhre15
Eisbergsalat15
Endiviensalat15
Kopfsalat15
Rote Beete20
Chinakohl20
Aubergine20
Zucchini25
Spargel25
Kohlrabi25
Rotkohl35
Weißkohl35
Wirsing35
Feldsalat35
Rucola35
Bohnen, frisch40
Blumenkohl50
Spinat55
Puringehalt in Obst
pro 100 gPuringehalt in mg
Birne10
Apfel15
Zitrusfrüchte20
Kiwi20
Ananas20
Steinobst20
Beerenobst20
Avocado20
Weintrauben25
Banane55

Zum Vergleich:
100 g mageres Schweinefleisch, Leberwurst oder Seelachs haben einen Puringehalt von 140 mg. Allerdings gibt es auch Fleisch und Fisch mit deutlich höherem oder deutlich niedrigerem Puringehalt.

Zu viel Harnsäure kann zu Gicht führen

Ist der Harnsäurewert im Blut dauerhaft erhöht, kann dies – wie bereits erwähnt – zu einem Gichtanfall führen. Er ist ein Zeichen dafür, dass sich Harnsäurekristalle im Gelenk angesammelt und zu einer schmerzhaften Entzündung geführt haben. Bei den Gelenken sind meistens Füße oder Hände betroffen. Die Harnsäurekristalle lösen dort eine Entzündung aus, wodurch die Gelenke anschwellen, warm werden und schmerzen. Die Entzündung klingt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.

Gicht in den GelenkenEin hoher Harnsäurespiegel führt jedoch nicht zwangsläufig zur Gicht4, sondern erhöht das Risiko. Dies mag daran liegen, dass andere Faktoren hinzukommen müssen. So wurde festgestellt, dass sich die Harnsäurekristalle vor allem dann in den Gelenken bilden, wenn sie zu wenig Gelenkflüssigkeit haben. Auch der pH-Wert der Gelenkflüssigkeit und die Temperatur des Gelenks spielen eine Rolle. Die Menge der Gelenkflüssigkeit hängt übrigens mit der täglichen Flüssigkeitszufuhr zusammen. Überdies können sich Harnsäurekristalle auch in den Nieren ablagern (Uratnephropathie). Gemäß IQWiG bestehen 5 bis 10 Prozent der Nierensteine aus Harnsteinen.

Für die langfristige Gesundheit stellen erhöhte Harnsäurewerte durchaus eine Gefahr dar. Immerhin können Gichtanfälle zu einer chronischen Gicht führen, wodurch die Gelenke geschädigt und in der Folge die Muskeln geschwächt und die Beweglichkeit eingeschränkt werden.

Liegen Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken vor, die ein bis zwei Wochen anhalten, sollte nach Abklingen der Beschwerden beim Hausarzt der Harnsäurewert mittels Blutanalyse untersucht werden. Misst man den Harnsäurespiegel während eines akuten Anfalls, kann es sein, dass der Wert im Blut normal ist. Für die sichere Diagnosestellung muss das Gelenk punktiert werden, um die Harnsäurekristalle im Gelenk nachweisen zu können. In vielen Fällen begnügt man sich jedoch auch damit, anhand des erhöhten Harnsäurespiegels und des Beschwerdebildes die Diagnose zu stellen.

Natürliche Hilfsmittel reduzieren Harnsäure

Da erhöhte Harnsäure oft durch purinhaltige Lebensmittel verursacht wird, liegt in diesem Zusammenhang auch ein Teil der Lösung: Durch Reduzierung von Alkohol, Fleisch und anderen stark purinhaltigen Lebensmitteln kann der Stoffwechsel entlastet und die Harnsäure gesenkt werden.

Gicht in den GelenkenEine weitere Entlastung findet durch Nahrungsmittel statt, die in der Lage sind, Harnsäure auszuleiten – wie Hafertee oder ein Extrakt aus der amerikanischen Montmorency-Sauerkirsche. Sie ist im deutschsprachigen Raum als gefriergetrockneter Sauerkirsch-Extrakt in Kapseln oder als Sauerkirschsaft-Konzentrat erhältlich.

Darüber hinaus ist es wichtig, viel zu trinken, damit die Entgiftung über die Nieren unterstützt wird. 30 ml pro kg Körpergewicht sind erforderlich. Bei einem Gewicht von 65 kg wären das zwei Liter pro Tag. Geeignete Getränke sind ungesüßter Tee und ein gutes Mineralwasser.

Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist auch für die Gelenke ein Schutz. Der Gelenkknorpel hat eine dämpfende Wirkung. Er besteht größtenteils aus Wasser. Damit Gelenkknorpel intakt bleiben, ist eine gute Versorgung mit Wasser erforderlich. Wird zusätzlich Alkohol und Kaffee verzehrt, die dem Körper Wasser entziehen, gilt die Faustformel: für jede Tasse Kaffee zusätzlich eine Tasse Wasser zu trinken und für jedes Glas Alkohol zusätzlich ein Glas Wasser. Auch dies ist eine prophylaktische Maßnahme, um das Risiko für die Ansammlung von Harnsäurekristallen in den Gelenken zu reduzieren.

Bewegungsmangel und Übergewicht

Zu einem ausgewogenen Lebensstil gehört nicht nur maßvolles Essen und Trinken, sondern auch ein gewisses Pensum an Bewegung. All diese Bemühungen sollten dazu beitragen, das Körpergewicht auf normalem Niveau zu halten. Eine Verfettung des Körpers ist immer ein Zeichen, dass Energiezufuhr und Energieverbrauch aus dem Gleichgewicht geraten sind. Denn Übergewicht gilt als Risikofaktor für Gicht.

Moderate Bewegung würde nicht nur den Stoffwechsel ankurbeln, sondern den Bewegungsapparat stärken. Durch Sport entsteht ein natürliches Verlangen nach frischem Wasser und das Bewusstsein für gesunde Ernährung steigt. Die durch moderate Bewegung ausgeschütteten Glückshormone motivieren, sich mehr für die eigene Gesundheit zu engagieren.

Harnsäure senken mit Sauerkirsch-Extrakt

Neben diesen zahlreichen Möglichkeiten, die uns auf natürliche Weise zur Verfügung stehen, ist vor allem der Extrakt aus der Montmorency-Sauerkirsche bemerkenswert: Er enthält nicht nur ungewöhnlich viel Melatonin, sondern hat auch eine Wirkung auf guten Schlaf in der Nacht – und gute Laune am Tag. Die Sauerkirschen haben starke antioxidative Wirkung und sind Studien zufolge geeignet, Harnsäure schneller abzubauen.

So wurde in einer Studie der Boston University an mehr als 630 gichtkranken Probanden beobachtet, dass durch den Verzehr von Sauerkirschen Gichtattacken deutlich reduziert werden konnten. Das Risiko eines Gichtanfalls konnte hierbei um 35 Prozent gesenkt werden. Noch bessere Ergebnisse wurden erreicht, als ein Extrakt aus Sauerkirschen eingenommen wurde. Hier nahm das Risiko eines schmerzhaften Anfalls sogar um 45 Prozent ab. In Kombination mit einem gängigen Gicht-Medikament wurden die Ergebnisse nochmals übertroffen und das Risiko der Gichtattacken sank um 75 Prozent.5

In einer weiteren Studie der University of California wurde die Harnsäure im Blut der Probanden im Alter zwischen 20 und 40 Jahren vor und nach dem Verzehr von Sauerkirschen gemessen. Es konnte beobachtet werden, dass eine sauerkirschreiche Ernährung die Ausscheidung der Harnsäure über den Urin um 75 Prozent steigern kann. Das zieht eine Reduktion der Harnsäure im Blut von durchschnittlich 15 Prozent nach sich, was den Unterschied zwischen einem gesunden und einem erhöhten Harnsäure-Spiegel ausmachen kann.6

In einer ähnlichen Studie wurde der Einfluss von Montmorency-Sauerkirschsaft auf den Harnsäurespiegel getestet. Dabei wurde die Ausscheidung sogar um 250 Prozent, und der Harnsäurespiegel um 36 Prozent gesenkt!7

Seither konnte der harnsäuresenkende Effekt der Montmorency Sauerkirsche in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Zusätzlich bringt die Montmorency Sauerkirsche einen weiteren Vorteil mit sich: Sie ist nicht nur sehr gesund und lecker, sondern frei von Nebenwirkungen und ein rein natürliches Hilfsmittel.

Vitamin C-Gehalt in der Montmorency-Sauerkirsche

Die Montmorency-Sauerkirsche birgt aber noch weitere Inhaltsstoffe, die natürliuch die Harnsäure senken können – nämlich Vitamin C. Eine Studie aus 2009 belegt, dass hoch dosiertes Vitamin C das Risiko für Gicht bei Männern senken kann und zwar bis zu 45 Prozent. Dazu ist eine tägliche Dosis von 1.500 mg des Vitamins erforderlich. Eine Dosis von 500 mg reichte aus, um bei 17 Prozent der betroffenen Männer, das Risiko für Gicht zu reduzieren. Vitamin C scheint also den Harnsäuregehalt ebenfalls positiv zu beeinflussen.8

Sauerkirsch-Konzentrat – flüssig oder in Kapseln

Um bei erhöhten Harnsäurewerten einen Effekt zu bemerken, sollten von dem Montmorency Sauerkirschsaft-Konzentrat täglich bis zu vier Esslöffel verzehrt werden. Von den Kapseln genügen drei bis vier pro Tag.

Weitere Informationen gibt es in folgenden Testberichten:

Sowohl das Sauerkirschsaft-Konzentrat in flüssiger Form als auch die Kapseln sind über Apotheken oder Internet-Versandhändler erhältlich. Mit Hilfe ihrer „Pharmazentralnummern“ (PZN), lassen sie sich gezielt beim Anbieter bestellen.

Fazit

Zahlreiche natürliche Maßnahmen können schnell und effektiv die Harnsäure senken. Purinarme Kost und die Ankurbelung des Stoffwechsels durch Bewegung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind wesentliche Faktoren. Zusätzlich verstärkt ein Konzentrat der Montmorency-Sauerkirsche die Harnsäure-Ausscheidung auf schonende Weise – und das frei von Nebenwirkungen.

Quellen

1 Hyperurikämie und Gicht https://www.amboss.com/de/wissen/Hyperurikämie_und_Gicht

2 Schmidt, Julie A., Crowe, Francesca L., Appleby, Paul N., Key, Timothy J., Travis, Ruth C. (2013). Serum Uric Acid Concentrations in Meat Eaters, Fish Eaters, Vegetarians and Vegans: A Cross-Sectional Analysis in the EPIC-Oxford Cohort https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0056339

3 Yuqing Zhang, Tuhina Neogi, Clara Chen, Christine Chaisson, David J Hunter, Hyon Choi (2012). Low-dose aspirin use and recurrent gout attacks https://ard.bmj.com/content/73/2/385

4 Jordan RW, Khan SA: The management of gout in primary care. InnovAiT 2012; 5: 503–8

5 Zhang, Y., Neogi, T., Chen, C., Chaisson, C., Hunter, D. J., & Choi, H. K. (2012). Cherry consumption and decreased risk of recurrent gout attacks. Arthritis and Rheumatism, 64(12), 4004–11. https://doi.org/10.1002/art.346

6 Jacob, R. A., Spinozzi, G. M., Simon, V. A., Kelley, D. S., Prior, R. L., Hess-Pierce, B., & Kader, A. A. (2003). Consumption of cherries lowers plasma urate in healthy women. The Journal of Nutrition, 133(6), 1826–1829. Retrieved from http://jn.nutrition.org/content/133/6/1826.full.pdf+html

7 Bell, P. G., Gaze, D. C., Davison, G. W., George, T. W., Scotter, M. J., & Howatson, G. (2014). Montmorency tart cherry (Prunus cerasus L.) concentrate lowers uric acid, independent of plasma cyanidin-3-O-glucosiderutinoside. Journal of Functional Foods, 11, 82–90. https://doi.org/10.1016/j.jff.2014.09.004

8 Gao, X., Curhan, G., Forman, J. P., Ascherio, A., & Choi, H. K. (2008). Vitamin C intake and serum uric acid concentration in men. The Journal of Rheumatology, 35(9), 1853–8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18464304

Dagmar Heib

Dagmar Heib ist Gesundheitsredakteurin. Seit über 20 Jahren schreibt sie über Naturheilverfahren, Komplementärmedizin, Psychologie und Pädagogik. Seit sieben Jahren ist sie besonders mit gesunder Ernährung und der Wirkung von Vital- und Nahrungsstoffen befasst.
Dagmar Heib
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