Gicht auf natürliche Weise lindern

Purinhaltige Nahrung kann die Entstehung von Gicht begünstigen.
Die Ernährung beeinflusst maßgeblich die Entstehung von Gicht.

In Deutschland leiden ein bis zwei Prozent der Bevölkerung an Gicht1. Die chronische Erkrankung erfordert eine medikamentöse Behandlung und eine angepasste Ernährungs- und Lebensweise. Mit der richtigen Vorsorge lässt sich Gicht vermeiden. Eine nützliche Heilkraft aus der Natur ist die Montmorency Sauerkirsche. Ihr Effekt bei Gicht wurde bereits durch mehrere Studien belegt.

Gicht – das Wohlstandsleiden

Gicht ist eine Purin-Stoffwechselerkrankung. Der medizinische Begriff für Gicht lautet „Arthritis urica“. Die Endung „itis“ deutet darauf hin, dass es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt. Andere entzündliche Erkrankungen sind: Neurodermitis, Sinusitis oder Parodontitis.

Da ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Gicht ein unausgewogener Ernährungsstil ist, wird sie auch als Wohlstandsleiden bezeichnet. Ein Ernährungsstil, der zu Gicht führen kann, ist durch purinreiche Lebens- und Genussmittel gekennzeichnet. Die Purine müssen vom Stoffwechsel abgebaut werden. Dabei entsteht Harnsäure, die über den Urin ausgeleitet wird, sofern die Nieren intakt sind. Dabei entsteht Harnsäure, die über den Urin ausgeleitet wird. Schaffen es die Nieren jedoch nicht mehr, die ganze anfallende Harnsäure auszuleiten, wird sie in Form von Harnsäurekristallen eingelagert – und zwar häufig in den Gelenken. Dort treten mit der Zeit heftige Symptome auf. Sie äußern sich durch starke Schmerzen sowie einer Rötung, Schwellung und Überwärmung des Gelenks. Es kann auch zu einer Berührungsempfindlichkeit sowie zu Kopfschmerzen, Fieber, Herzrasen und Übelkeit kommen.

Wird Gicht diagnostiziert, muss eine medikamentöse Behandlung erfolgen. Ein gängiges Mittel ist Allopurinol. Der Wirkstoff wird jedoch nicht von jedem Patienten gut vertragen. Aus diesem Grund lohnt es sich, die Gicht mit natürlichen Mitteln zu lindern bzw. ihr im besten Fall sogar vorzubeugen.


Der Gichtanfall

Häufig ist den Menschen nicht bewusst, dass die Art ihrer Ernährung und ihr Lebenswandel eine chronische Erkrankung wie Gicht auslösen können. Dass sie ein erhöhtes Risiko haben, spüren sie oft erst, wenn sie ihren ersten Gichtanfall erleben.

Gicht in den Gelenken
Gicht lagert sich hauptsächlich in Gelenken ab.

Bei einem Gichtanfall kommt es aufgrund der eingelagerten Harnsäurekristalle zu einer Entzündung. Den Ablauf kann man sich folgendermaßen vorstellen: Das Immunsystem erkennt die Harnsäurekristalle als Fremdkörper und bekämpft sie. Da die Kristalle spitz und nadelförmig sind, zerstören sie die Immunzellen. Es eilen dann zwar neue Immunzellen heran, doch können mit der Herausforderung ebenfalls nicht fertig werden. So schüttet der Körper Botenstoffe aus. Sie sorgen im Gewebe für eine Schwellung, Rötung sowie Schmerzen – die Entstehung einer Entzündung.

Der Zeitraum zwischen zwei Gichtanfällen verläuft in der Regel ohne Symptome. Die Erkrankung kann dennoch fortschreiten. Tritt eine Verschlechterung ein, wird der Zeitraum zwischen den Gichtanfällen kürzer und es kommt zu einem Abbau des umliegenden Gewebes und einer Verdickung des Gelenkknorpels.

Ein Gichtanfall kann mehrere Tage anhalten und bedarf einer ärztlichen Behandlung. In der Regel wird der Arzt das betroffene Gelenk untersuchen und den Harnsäurewert bestimmen. Da dieser jedoch während eines Gichtanfalls oft erniedrigt ist, einfach weil sich die Harnsäure im Gelenk befindet, wird die Diagnose Gicht meist anhand der charakteristischen Symptome gestellt.

Hyperurikämie und Gicht

Ob es tatsächlich zu einer chronischen Gicht-Erkrankung kommt, hängt jedoch noch von anderen Faktoren ab. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) berichtet, dass nur ein Drittel der Personen, die einen erhöhten Harnsäurespiegel haben, im weiteren Verlauf eine Gicht entwickeln.

Dies mag daran liegen, dass sich die Harnsäurekristalle vor allem dann in den Gelenken bilden, wenn sie zu wenig Gelenkflüssigkeit haben. Darüber hinaus spielen auch der pH-Wert der Gelenkflüssigkeit und die Temperatur des Gelenks eine Rolle. Gichtanfälle schädigen nicht nur die Gelenke, sondern schwächen die Muskeln und schränken die Beweglichkeit ein. Aber es sind nicht nur die Gelenke betroffen. Die Harnsäurekristalle lagern sich auch in Schleimbeuteln, Sehnen oder den Nieren ab. Harnsäurekristalle in den Nieren nennt man Uratnephropathie. Gemäß IQWiG bestehen 5 bis 10 Prozent der Nierensteine aus Harnsäurekristallen.

Primäre und sekundäre Hyperurikämie

Zu hohe Harnsäurewerte werden im Serumspiegel ab 7 mg/dl diagnostiziert. Da sie sehr von der Ernährung abhängen, kann es zu starken Schwankungen kommen. Insofern sind mehrere Messungen nötig, um eine Hyperurikämie oder das Risiko für Gicht schlussendlich zu erkennen.

Mediziner unterscheiden allerdings zwischen der primären und der sekundären Hyperurikämie. Bei der primären Hyperurikämie liegt eine angeborene – durch Enzymdefekte ausgelöste – Störung des Purinstoffwechsels vor.

Während bei der sekundären Hyperurikämie die Harnsäureausscheidung aufgrund mehrerer Faktoren gestört sein kann: Dies kann eine erworbene Krankheit sein, die regelmäßige Einnahme von Medikamenten oder die hier erwähnte ungesunde Lebensweise. Eine unausgewogene Ernährung mit purinreichen Lebens- und Genussmitteln führt überdies zu einer Übersäuerung des Körpers, so dass sich das Risiko an Gicht zu erkranken, weiterhin erhöht.

Gicht behandeln und lindern

Es lohnt sich, die medikamentöse Behandlung der Gicht durch eine Reihe unterstützender Maßnahmen zu begleiten. Dazu zählen: Gewichtsreduktion (falls Übergewicht besteht), mehr Bewegung, basenreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Verzicht auf Alkohol und purinreiche Lebensmittel.

Sind Gicht-Kranke übergewichtig, erhalten sie von ihrem Arzt die dringende Empfehlung, abzunehmen. In der Regel purzeln die ersten Pfunde bereits durch die erforderliche Ernährungsumstellung. Allerdings spielt auch die Work-Life-Balance eine Rolle: Es gibt Menschen, die bei Stress besonders viel Ungesundes essen. Und andere können bei hohem Stresspegel wiederum fast nichts mehr aufnehmen. Die Erstgenannten sind diejenigen, die sich in der zweiten Lebenshälfte besonders mit Übergewicht herumschlagen. Insofern macht es für diese Personengruppe Sinn, auch über das richtige Maß von Anspannung und Entspannung nachzudenken. Manchmal reicht schon der tägliche halbstündige Spaziergang an der frischen Luft, um Stress abzubauen. Gleichzeitig wird etwas für mehr Bewegung getan.

Bei Gicht empfehlen sich mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3. Sie sind anti-entzündlich und deshalb ideal für Gichtkranke.

Angepasster Lebensstil und purinarme Ernährung tragen zur Besserung von Gicht-Symptomen bei.
Angepasster Lebensstil und purinarme Ernährung tragen zur Besserung von Gicht-Symptomen bei.

Säure-Basen-Balance und Flüssigkeitszufuhr

Da Gicht mit einer Übersäuerung des Körpers in Verbindung steht, ist spätestens ab der Diagnose auf eine gute Säure-Basen-Balance zu achten: Basenreiche Kost in Verbindung mit einer Entsäuerung des Körpers mittels Basenbädern wirkt sich sehr heilsam aus.

Das A und O der Gesundheit – insbesondere bei zu hohen Harnsäurewerten – ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Ideal ist gutes Quellwasser oder ungesüßter, harntreibender Kräutertee. Dem Wasser kann auch ein Schuss frisch gepresster Zitronensaft zugefügt werden. Das erfrischt nicht nur, sondern wirkt basisch und stärkt zudem die Leber und das Immunsystem.

Purinreiche Lebensmittel

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist die Ernährung. Purinreiche Lebensmittel sollten gemieden werden – siehe Tabelle.

Purine befinden sich nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch im menschlichen Körper vor. Sie sind Bestandteil der Erbsubstanz. Wenn Zellen um-, auf- oder abgebaut werden, fällt Harnsäure als Stoffwechselendprodukt der Purine an. Daran lässt sich nichts ändern. Nur die Menge an Purinen über die Nahrung und die Ankurbelung der Harnsäureausscheidung kann beeinflusst werden.

Innereien sowie Fleisch und Wurst zählen zu den purinreichsten Lebensmitteln. Daher ist die Ernährungsempfehlung unserer Vorfahren „nur einmal pro Woche Fleisch und einmal pro Woche Fisch“ eine sinnvolle Empfehlung.

Bei Fisch gibt es zwar auch Sorten, die mehr Purine enthalten, zum Beispiel Lachs oder Sprotten, doch wenn der Fleisch- und Fisch-Konsum auf diese wenigen Mahlzeiten reduziert wird und ansonsten vor allem Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen, besteht auch für einen Gichtkranken die Option auf genussvolles Essen.

Genießen – auch bei Gicht

Frisches Gemüse und Obst in Herzform
Viel frisches Obst und Gemüse reduzieren den Harnsäurewert.

Die gute Nachricht: Kaffee, Kakao und Schokolade enthalten zwar viele Purine. Jedoch werden die Purine aus diesen Genussmitteln im Körper nicht zu Harnsäure abgebaut. Insofern dürfen sie bei Gicht auch auf dem Speiseplan stehen. Der einzige Punkt ist, dass auf die Säure-Basen-Balance und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden muss – empfohlen wird: zu jeder Tasse Kaffee immer die gleiche Menge gutes Trinkwasser. Allerdings sind zuckerhaltige Genussmittel wie Schokolade und Kakao sehr kalorienreich, daher sollte auf eine ausgeglichene Zufuhr geachtet werden.

Milchprodukte hingegen enthalten wenig bis gar keine Purine. Da sie sich sowohl für pikante als auch für süße Mahlzeiten eignen, sind sie eine gute Alternative für Gichtbetroffene. Für Veganer eignen sich pflanzliche Milchsorten wie Mandel-, Kokos-, Hafer- oder Dinkelmilch (Getreide und Nüsse zählen eher zu den purinarmen Lebensmitteln. Weniger geeignet ist Sojamilch, da Sojaprodukte zu den purinreichen Produkten zählen, die zu hohe Harnsäurewerte verursachen.

Sehr purinarme Lebensmittel
für den freien Verzehr
Harnsäuregehalt: <50mg/100g
Tierische Produkte:
Käse, Milch, Eier

Früchte:
Obst allgemein, Nüsse

Gemüse:
Blattsalate, Tomaten, Paprika, Radieschen, Fenchel, Karotten, Gurke, Weißkohl, Zwiebel, Kartoffeln

Getreideprodukte
Reis, Nudeln, Brot und Brötchen
Lebensmittel mit mittlerem Puringehalt
für den seltenen Verzehr
Harnsäuregehalt: <50 – 100mg/100g
Gemüse:
Spinat, Rotkohl, Wirsing, Bohnen, Blumenkohl, Brokkoli, Lauch, Champingions

Fisch:
Scholle, Kabeljau, Robarsch

Fleisch und Wurst:
Wild, Geflügel ohne Haut, Lamm, Schwein, Kalb, Fleischerzeugnisse und Wurst
Lebensmittel mit hohem Puringehalt
Verzehr vermeiden
Harnsäuregehalt: >150mg/100g
Fleisch:
Geflügel mit Haut, Innereien, Fleischextrakt, Boullion

Fisch:
Hering, Ölsardinen, Lachs, Makrele, Sprotten, Anchovis (Sardellen), Krustentiere

Hülsenfrüchte:
grüne Erbsen, Kichererbsen, Sojabohnen, Linsen

Quelle: Institut für Ernährungsmedizin am Klinikum r.d.Isar, München

Experten sprechen davon, dass ein gesunder Mensch nicht mehr als 500 mg Purine über die Nahrung und über Getränke aufnehmen sollte. Bestehen bereits erhöhte Harnsäurewerte sollten es sogar nur 300 mg sein.

Hausmittel bei Gicht

Wie schon besprochen, eignen sich die Erfahrungen unserer Vorfahren durchaus, um einer Gichterkrankung vorzubeugen. Zu ihren Patentrezepten gehörten auch Heilkräuter, mit denen sie das Essen würzten oder einen heilsamen Tee zubereiteten.

Menschen, die zu erhöhten Harnsäurewerten neigen, sollten eine Ernährung „zurück zur Natur“ beherzigen. Das bedeutet, die Mahlzeiten bestehen vorrangig aus frischem Gemüse, das manchmal gekocht oder manchmal roh als Salat verzehrt wird. Die Betonung liegt hier wirklich auf „abwechslungsreich“.

Der Körper braucht sehr viel Flüssigkeit, um Gifte und Stoffwechselendprodukte auszuleiten. Der Bedarf liegt bei mindestens 30 ml pro kg Körpergewicht. Mit Salz sollte sparsam umgegangen werden, da es Wasser im Körper bindet. Anstelle von Salz eignen sich frische oder getrocknete Kräuter. Sie verleihen den Gerichten eine besondere Note und beinhalten sogar heilsame Bitterstoffe, die den Verdauungstrakt anregen und die Säure-Basen-Balance unterstützen.

Ein Zuviel an Harnsäure im Blut kann hervorragend mit bestimmten Heilkräutertees ausgeleitet werden. Besonders Heilkräuter mit einem Saponin-Gehalt wie Brennnessel, Schachtelhalm oder Zinnkraut gehören dazu. Doch es eignen sich auch Grüner Hafertee und Weidenrindentee. Diese Tees wirken harntreibend und entwässernd, daher sollte zu jeder Tasse Tee auch ein bis zwei Tassen Wasser getrunken werden.

Harntreibende Tees sollten jedoch nicht von Personen getrunken werden, die eine Nierenschwäche haben. Ansonsten sind Heilkräuter ideale Hausmittel bei Gicht.

Was den Speiseplan bei Gicht angeht, ist die mediterrane Ernährung eine gute Orientierung. Sie enthält ein hohes Maß an Gemüse, pflanzlichen Speiseölen und Fisch. Wichtig sind überdies Ballaststoffe. Sie regen die Verdauung an und verbessern die Darmflora.

Der gesundheitliche Benefit von viel frischem Gemüse und Obst liegt im Übrigen auch darin, dass zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine aufgenommen werden. Sie sind für eine Gicht-Prophylaxe und -Linderung von entscheidender Bedeutung.

Sauerkirschen senken Harnsäure

Relativer Rückgang des Risikos einer Gichtattacke

Gerade bei einem Gicht-Risiko braucht der Körper immunstärkende natürliche Wirkstoffe – auch als Antioxidantien bekannt. Sie bekämpfen die sogenannten Freien Radikalen im Körper, die zu vorzeitigem Zelltod führen und eine Folge von Stress, Umweltbelastungen, ungesunder Ernährung oder Medikamentenkonsum sind.

Zu den Früchten, die ein hohes Potenzial an Antioxidantien haben, zählen Sauerkirschen. Ganz besonders die Montmorency Sauerkirsche. Ihr ORAC-Wert ist sogar höher als bei Himbeeren und Brombeeren. Der ORAC-Wert ist ein Ausdruck für die antioxidative Kraft einer Frucht und steht in Verbindung mit einem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen, zu denen auch die Anthocyane gehören. Somit eignen sich die Montmorency-Sauerkirschen auch sehr gut zur Bekämpfung von Freien Radikalen.

Die antioxidativen Inhaltsstoffe der Montmorency-Kirsche können das Risiko an Gicht zu erkranken, wesentlich lindern. Die enthaltenen Antioxidantien reduzieren sogar Gichtanfälle – und damit auch ihre schädlichen Folgen, nämlich die Zerstörung von Gelenken und Knorpeln.

Weiterer Vorteil für Gichtpatienten: Das Polyphenol Anthocyan regt die Nierenfunktion an, womit der Abbau des Harnsäurespiegels unterstützt wird. Insofern scheint die Montmorency-Kirsche eine hervorragende, völlig natürliche Unterstützung zur Vorbeugung und Linderung von Gicht zu sein.

Sauerkirschen enthalten darüber hinaus Vitamin C – ein weiteres wichtiges Antioxidans. Auch hier gibt es Interessantes aus der Forschung3: So kann hoch dosiertes Vitamin C das Risiko für Gicht bei Männern um bis zu 45 Prozent senken. Dazu ist eine tägliche Dosis von 1.500 mg des Vitamins erforderlich. Eine Dosis von 500 mg reichte entsprechend einer Studie aus, um bei 17 Prozent der betroffenen Männer, das Risiko für Gicht zu reduzieren. Vitamin C kann also den Harnsäuregehalt ebenfalls positiv beeinflussen5.

Montmorency Sauerkirschen – Wirkung bei Gicht

Die Montmorency-Sauerkirsche hat eine sehr hohe Nährstoffdichte. Sie wächst unter optimalen Bedingungen im Montmorency County in Michigan (USA). In den 1950er Jahren bemerkte man, dass die Zahl der Gichtpatienten ausgerechnet während der Erntezeit der Montmorency-Sauerkirsche zurück ging. Sie fanden heraus, dass die Sauerkirsche die Harnsäure senken kann, sodass es nicht zu einer Gichterkrankung kommt. Darüber hinaus hemmt sie die Entstehung von Entzündungen.

Montmorency-Sauerkirschen können die Harnsäure bei Gicht natürlich senken.
Montmorency-Sauerkirschen können die Harnsäure bei Gicht natürlich senken.

Dass die Montmorency Sauerkirsche antientzündlich wirkt, hat mit dem körpereigenen Enzym Cyclooxygenase (COX 1 und 2) zu tun. Bei einer Entzündung wird es aktiviert. Studien belegten jedoch, dass die Montmorency Sauerkirschen diese COX-Enzyme hemmen. So wird die Entstehung von Entzündungen und die daraus resultierenden Schmerzen nachweislich gelindert. Insofern ist die Montmorency-Sauerkirsche vergleichbar mit Schmerzmitteln, die Acetylsalicylsäure als Schmerzstiller enthalten.

Darüber hinaus ist diese seltene Kirsche aufgrund ihrer Inhaltsstoffe nachweislich in der Lage, den Harnsäurespiegel zu reduzieren. Dies belegte eine Studie an der Boston University4. An mehr als 630 gichtkranken Probanden konnte beobachtet werden, dass durch den Verzehr von Sauerkirschen, Gichtattacken deutlich reduziert wurden. Das Risiko eines Gichtanfalls wurde um 35 Prozent gesenkt. Noch bessere Ergebnisse wurden erreicht, als ein Extrakt aus Sauerkirschen eingenommen wurde. Hier nahm das Risiko eines schmerzhaften Anfalls sogar um 45 Prozent ab. In Kombination mit einem gängigen Gicht-Medikament wurden die Ergebnisse nochmals übertroffen und das Risiko der Gichtattacken sank sogar um 75 Prozent.

Eine weitere Studie der University of California5 untersuchte die Harnsäurewerte im Blut von 20- bis 40-jährigen Probanden. Und zwar vor und nach dem Verzehr von Sauerkirschen. Die Messergebnisse der Wissenschaftler bestätigten: Eine sauerkirschenreiche Ernährung kann die Ausscheidung der Harnsäure über den Urin um bis zu 75 Prozent steigern. Das zieht eine Reduktion der Harnsäure im Blut von durchschnittlich 15 Prozent nach sich, was den Unterschied zwischen einem gesunden und einem erhöhten Harnsäure-Spiegel ausmachen kann.

Fazit

Gicht kann durch einen ausgewogenen Lebensstil vermieden werden. Zum Lebensstil gehört vor allem die Ernährungsweise, doch auch das Maß an Bewegung und das Stressniveau. Unsere Ernährung ist eine Säule der Gesundheit. Daher ist es nicht egal, was wir essen oder trinken. Die Rückbesinnung auf unsere heimischen Kräuter und der gezielte Einsatz von Powerfrüchten wie die Montmorency-Sauerkirsche können Gicht vermeiden.

Empfehlenswert ist ein Extrakt der Sauerkirschen, den es als Flüssigkonzentrat oder in Kapseln gibt. Liegt bereits eine Gicht-Erkrankung vor, sind die Kapseln von Vorteil, da ihr Kohlenhydratgehalt pro täglicher Verzehrempfehlung bei 0,04 BE (das Flüssigkonzentrat liegt bei 2,1 BE pro täglicher Verzehrempfehlung) liegt. Kapseln und Flüssigkonzentrat sind in der Apotheke oder über den Online-Handel erhältlich. Viele nehmen das Sauerkirschkonzentrat übrigens noch aus einem anderen Grund: Es hat einen erstaunlich hohen Melatoningehalt und verbessert dadurch den erholsamen Schlaf in der Nacht – und damit die Selbstheilungskraft des Körpers.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), Berlin, August 2016
  2. Wahrburg/Egert, Die große Wahrburg/Egert Kalorien- & Nährwerttabelle, TRIAS-Verlag 2009
  3. Gao, X., Curhan, G., Forman, J. P., Ascherio, A., & Choi, H. K. (2008). Vitamin C intake and serum uric acid concentration in men. The Journal of Rheumatology, 35(9), 1853–8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18464304
  4. Zhang, Y., Neogi, T., Chen, C., Chaisson, C., Hunter, D. J., & Choi, H. K. (2012). Cherry consumption and decreased risk of recurrent gout attacks. Arthritis and Rheumatism, 64(12), 4004–11. https://doi.org/10.1002/art.346
  5. Jacob, R. A., Spinozzi, G. M., Simon, V. A., Kelley, D. S., Prior, R. L., Hess-Pierce, B., & Kader, A. A. (2003). Consumption of cherries lowers plasma urate in healthy women. The Journal of Nutrition, 133(6), 1826–1829. Retrieved from http://jn.nutrition.org/content/133/6/1826.full.pdf+html

Dagmar Heib

Dagmar Heib ist Gesundheitsredakteurin. Seit über 20 Jahren schreibt sie über Naturheilverfahren, Komplementärmedizin, Psychologie und Pädagogik. Seit sieben Jahren ist sie besonders mit gesunder Ernährung und der Wirkung von Vital- und Nahrungsstoffen befasst.
Dagmar Heib
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